Stefan Szary / FILOZOFIA
  2. Der Tod
 


MEDITATION ÜBER DEN TOD
 
Alles hat einen Anfang und alles hat auch ein Ende. Auch das Leben des Menschen beginnt an einem gewissen Punkt und endet irgendwann. Wir sehen es in der zeitlichen Dimension. „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben”. Es gibt kaum jemanden unter den Menschen, die keine Fragen zu stellen würde: Was ist der Tod? Ist es möglich für sie überhaupt etwas zu sagen? Dieser Eindruck über den Tod ist ein Versuch sich, mit diesem Thema zu befassen.

 
Mit mehreren Ansichten von Friedrich Nietzsche ist für mich schwer zu vereinbaren. Texte sowie die wichtigsten Studien zu seinem Leben und Philosophie studiere ich ausgiebig seit mehreren Jahren. Doch wie ein einziger Satz in seinem Buch Ecce Homo geschrieben, habe ich keinen Zweifel. Ich kann sie als auch mein eigenen Satz zu wiederholen. Nietzsche hat geschrieben: „Mein Vater starb mit sechssunddreißig Jahren“. Nietzsche war damals fünf Jahre alt, ich war sechs Jahre alt. Mein Großvater lebte ein wenig länger als sein Sohn. Er starb in einem Konzentrationslager in Mauthausen Gusen, mit einundvierzig Jahren. So lebe ich länger als mein Vater und ich, wenn ich diese Worte schreibe, so alt wie mein Großvater hatte zum Zeitpunkt des Todes. Ich habe schon früher in der Meditation über das Leben geschrieben, dass ich mich nicht beklagen soll. Und noch einmal wiederhole ich mich: Ich sollte nicht...
Aus meiner Erfahrung kann ich über den Tod sagen, so ich weiß nicht, was er ist, aber ich weiß, was er macht. Er nimmt. Wir bleiben hier und fühlen in unseren Innern ein Mangel. Zuerst macht er großen Schmerz, dann verwandelt er sich in Sehnsucht. Wenn jemand liebt jemanden, freilich ein Kind liebt seine Eltern, Großeltern, Geschwistern usw. und wir lieben unsere Familie, Freunde usw., es ist klargeworden, dass nach den Tod wir eine Sehnsucht in dem Herzen fühlen. Kann man sagen, sie gehen mit uns in unserem Leben. Wir tragen durch das Leben nach dem Tod unserer Angehörigen den Mangel und die Sehnsucht. Also sehnen wir in zwei Bedeutungen: erstens: mit Hoffnung, dass wir uns in einer oder in zwei Stunden ganz normal treffen, und zweitens: wir wissen nicht, wann und manchmal auch ob überhaupt, treffen wir uns nach dem Tod. Trotzdem tragen wir in uns selbst die Sehnsucht. Seitdem sehnen wir ganz anders als vorher. Sehnt sich nach jemandem, der zuvor in der Tür der Rückkehr von der Arbeit stand... Ich treffe ihn nicht mehr in der gleichen Tür, es ist nicht mehr zu erfüllen. Selbst jetzt, nach vielen Jahren schaue ich in meinem Zimmer zu der Wohnungstür und weiß nur, dass ... einmal war es anders. So ist – der Tod er hat viel, viel, und vielleicht sogar in gewisser Weise ALLES verändert...
Ich stelle mir nun erneut die Frage: Was ist der Tod? Schon seid Jahren zitieren gern Philosophen die Worte, die einmal Epikur ausgesprochen hat: „Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr”. Nach meiner Meinung ist dies nur ein Versuch, ein schwieriges Thema in eine logische Klammer zu setzen, die durch ein Gefühl dafür, wie mit dem Problem zu befassen begleitet wird und zu begreifen. Leider ist es nur die List der Vernunft, und nichts mehr. Es ist nicht so, dass im Falle des Todes des Prinzips gehandelt Entweder-Oder: Entweder ich existiere und es gibt keinen Tod oder der Tod ist, und es gibt kein Ich. Die Logik der Vernunft verliert in diesem Fall die Logik der Existenz.
Ärzte Humanisten predigen Ansichten, die für mich viel einfacher zu vereinbaren ist. Sie verweisen nicht auf dem Prinzip: Entweder-Oder, sondern auf der anderen Seite läuft der Prozess des Lebens und Sterbens, der die ganze Zeit dauert. Antoni Kępiński schreibt, dass "der Tod stetig mit dem Leben verflochten ist. Für einzellige Lebewesen, der Tod ist in der Regel die Zeit, um neues Leben zu schaffen. In den Prozess der vielzelligen Lebewesen das Leben einiger Zellen ist die Vermehrung und das Wachstum andere sterben. Die Fähigkeit des genetischen Plans ist das Gegenteil der völligen Zerstörung“. Andrzej Szczeklik dagegen schreibt: "Der Tod kommt nicht von außen. Er ist in uns. Eines Tages, «finden wir das er als etwas, das in der Tasche eines Wintermantel ist»“. Leben und Tod sind mehr miteinander, als mit einem logischen Widerspruch getrennt.
Martin Heidegger kam zu dem Schluss, dass der Tod „die Möglichkeit der maßlosen Unmöglichkeit der Existenz ist“. Der Tod ist einerseits eine Frage, auf die niemand eine Antwort geben kann, mit Worte: „Ich weiß, dass ...“. Es gibt keine Möglichkeit für alle zu „wissen“. Das Wissen weiß nichts hier in wörtlicher Bedeutung. Andererseits ist möglich, dass der Tod eine Möglichkeit ist, für alles, was anscheinend völlig unmöglich ist. Man könnte sagen, dass der Tod die Tür zu nahezu allen Möglichkeiten eröffnet. Absolut alles.
Frage nach dem Tod führt direkt zur Frage: „was wird nach dem Tod? Ich komme in einem Augenblick auf diese Frage zurück. Zuvor will ich für einen Moment bei dem Gedanken von Emmanuel Lévinas bleiben, der sagt, dass der Tod „ein Weg ins Unbekannte, ein Weg unwiederbringlich und ein Gang ohne eine Adresse zu hinterlassen“. Es ist erwähnenswert, dass der Gedanke von Lévinas sehr im Einklang mit der Erfahrung von Schmerz und Sehnsucht derer, die hier gewesen sind.
Nach dem Tod von Emmanuel Lévinas (1995) seine Dankbarkeit ihm gegenüber äußerte Jacques Derrida in den Text mit dem bezeichnenden Titel: Adieu – (Abschied), «mit Gott». Er sagte: „Abschieds-Adieu bedeutet kein Ende. «Mit Gott» ist kein Endlichkeit, sagt Levinas. Er «die Alternative von Sein und Nichts», die «nicht etwas Endgültiges ist», ablehnt“. «Mit Gott» ist eine Verehrung an das andere Über-dem-Sein, darunter, was bedeutet Vor-dem-Sein das Wort der Ruhm“ (Gloria).
Gedanken über den Tod zwei weitere Philosophen sind für mich wichtig: von Søren Kierkegaard und von Józef Tischner. Sie verbinden seine Betrachtungen mit christlicher Hoffnung, die besondere Bedeutung verleihen die Worte: non omnis moriar - «nicht ganz sterben».
Dank der Betrachtung über den Tod ist mir klargeworden, dass jeder Mensch in irgendeiner Weise verbunden mit Glauben (nicht unbedingt in religiöser Bedeutung) ist. Wissen und Glauben machen den Raum unseres Denkens aus. Rational Wissen erreicht die Tür, die er nicht öffnen kann (in der Philosophie ist nichts Neues; über die Grenzen der Erkenntnis hat schon z.B. Immanuel Kant geschrieben). Auf das Thema über den Tod kann niemand ernsthaft das Wort:  «Ich weiß definitiv» zu sagen. Stehend vor dieser Tür, weiß man nicht, man kann nur glauben: glauben an „Etwas“, oder glauben an „Nichts“. Jedenfalls ist das kein Wissen, sondern Glauben. Es ist leichter der Leser wird bemerken, dass ich persönlich näher an den Glauben an "Etwas" bin. (Dieses Thema möchte ich jetzt nicht entwickeln. Es wird in einem weiteren Kapitel beschrieben). Die letzte Frage, die ich jetzt noch stellen will, lautet: was ist von dieser Meditation das Wichtigste? Was ist für mich ein bisschen klarer geworden, vom Denken über den Tod? Und was für dich, mein lieber Leser?
 
Alles, was lebt stirbt irgendwann. Aber der Tod ist nicht das gleiche Ende wie am Ende jeder anderer Sache. Dieses Ende enthält das Geheimnis und auch die Grenze des Wissens. Dennoch zeigt das Bewusstsein des Todes und bestätigt den Wert der Existenz, den Wert des menschlichen Lebens, seiner Einzigartigkeit und Einmaligkeit. Sehnsucht ist eine besondere Art der Reaktion auf den Tod. In der Sehnsucht wohnt die Hoffnung. Ich will es nicht rechtfertigen. Ich fühle mich einfach. Ich glaube fest daran, dass das Leben soll immer ein Dienst des Lebens sein. „Wenn du kannst, – sprach Dalai Lama an der Harvard Uni im Jahr 1981 – hilf den Anderen. Wenn du das nicht kannst, zumindest schadest du niemanden“. Und das ist sehr wichtig.
Die Philosophie meines Lebens kann ich als Affirmation der Existenz, die Affirmation zu allem, was lebt genannt werden. Das Leben ist erstaunlich. Es ist stärker als der Tod, trotz der Tatsache, dass eines Tages der Tod mich treffen wird… Das Leben ist wichtiger als der Tod.

Stefan Szary

 
   
 
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